In erster Linie ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren und auf die eigene Sicherheit zu achten.
Schnell ist man in einer Notsituation überfordert und verliert den Überblick. Natürlich ist man aufgeregt, daher gilt es, so schnell wie möglich wieder seine Ruhe zu finden, um die Situation einschätzen zu können. Das sprichwörtliche Durchatmen hilft, um sich wieder zu sammeln. Anschließend kann man das Notwendige Punkt für Punkt abarbeiten.
Start ist immer ein 10 für 10. „10 Sekunden für 10 Minuten“ bedeutet, sich vor jeder Handlung 10 Sekunden Zeit zu nehmen, um einen Plan für die nächsten 10 Minuten zu machen. Diese 10 Sekunden sind gut investiert und helfen später, wertvolle Zeit zu sparen, weil die Situation erfasst, die Ressourcen geprüft und ein Handlungsplan beschlossen wurde.
Situation erfassen: Was ist überhaupt passiert?
Versuche, die Situation und das Problem zu erfassen. Zum Beispiel: Ein*e Skifahrer*in liegt auf einem Ziehweg, hat beide Skier verloren und klagt über Schmerzen.
Der Zeitpunkt, zu dem der Notruf abgesetzt wird, ist von Situation zu Situation unterschiedlich. Er kann nach dem ersten Situationsüberblick getätigt werden oder später, wenn sich die Schwere der Verletzung o.ä. herausstellt.
Im Idealfall hast du die lokalen Notrufnummern eingespeichert oder noch besser eine regionale Notfall-APP auf dem Smartphone.
Bevor du einen Notruf absetzt, solltest du dir aber noch kurz Gedanken machen, um die Fragen der Leitstelle beantworten zu können:
Auch Kinder und Jugendliche sind in der Lage, einfache Erste-Hilfe-Maßnahmen zu lernen und umzusetzen. Im Skigebiet ist in der Regel schnell professionelle Hilfe vor Ort, trotz allem kann es notwendig sein, dass erste Maßnahmen (z.B. Blutstillung, richtige Lagerung) durchgeführt werden müssen, um der verletzten Person zu helfen.
Ansprechen:
Sofern keine Gefahr besteht, nähert man sich dem*der Verunfallten und nimmt Kontakt auf. Nähere dich der verletzten Person immer von vorne, berühre sie vorsichtig und sprich sie an „Hallo, was ist passiert?“. Auf diese Weise bekommst du einen ersten Eindruck davon, ob die Person überhaupt ansprechbar ist, ob diese neurologische Defizite aufweist und ob und wo Schmerzen vorhanden sind.
Stabile Seitenlage
Bei bewusstlosen oder stark bewusstseins-eingetrübten Patienten wird eine stabile Seitenlage durchgeführt. Dadurch sollen einerseits die Atemwege offengehalten und andererseits der*die Patient*in vor einer Aspiration (Fließen von Erbrochenem oder Blut in die Lunge) geschützt werden. Da oftmals ein Wirbelsäulentrauma nicht auszuschließen ist, muss der Patient achsengerecht (ohne Verdrehung der Wirbelsäule) in die stabile Seitenlage gebracht werden.
Dazu wird im ersten Schritt das Knie des Patienten zur Hand der gleichen Seite geführt, ohne dabei die Wirbelsäule zu bewegen. Dann erfolgt das achsengerechte Drehen auf die Seite. Schließlich wird der Mund des Patienten geöffnet und in Richtung Boden gedreht, sodass Sekrete abfließen können.
Oft ist es hilfreich, den Kopf des Patienten durch das Unterlegen der oberen Hand zu stützen.
Wie gut deine Erste-Hilfe-Maßnahmen sind, kann mitentscheiden, wie ein Notfall für die verletzte oder erkrankte Person ausgeht. Dabei kann schon das rechtzeitige Absetzen eines Notrufes eine enorm wichtige Maßnahme sein. Wer sich von Jugend an immer mit Erste-Hilfe-Maßnahmen auseinander setzt, wird bald gut damit umgehen können, und wer dazu regelmäßig mögliche Szenarien auf der Piste durchspielt, wird im Ernstfall selbstsicher und kompetent reagieren können.